Herrmann: Bei Depression Berufsverbot

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist schon häufiger durch originelle Ideen aufgefallen. Sein neuester Vorschlag: Depressiven sollte – natürlich erst nach gründlicher Prüfung – doch einfach ein Berufsverbot erteilt werden können.

Wir haben bis jetzt in Deutschland genau einen bekannt gewordenen Fall, dessentwegen über solchen Unfug überhaupt laut sinniert wird. Ohne jegliches Maß wird eine große Personengruppe ganz bewusst stigmatisiert. Schlimmer noch: All die winzigen Fortschrittchen, die es bei der Akzeptanz von Depressionen seit dem Freitod des Fußballers Robert Enke gab, werden damit negiert. Für einen bairisch-markigen Spruch werden den leidvollen persönlichen Einschränkungen durch die Krankheit nun auch noch Existenzangst und der Stempel des potentiell Kriminellen hinzugefügt. So viel Verantwortungslosigkeit können sich nur Schreihälse leisten, in deren Weltbild die Befindlichkeiten echter Menschen schon lange dem Vorrang des Dauerwahlkampfs gewichen sind.

Wie viele unter ständigem Druck stehende Politiker mögen wohl selbst betroffen sein? Immer ängstlich auf der Hut, dass niemand “was merkt”? Sicher ist jedenfalls, dass in jedem bayerischen Festzelt mindestens ein Depressiver mit am Stammtisch sitzt. Der wird sich nun auch lieber still davonmachen, statt Hilfe zu suchen. Pfui, Herr Herrmann, schämen Sie sich.

 
Wer sich informieren möchte:

@Fischblog hat noch eine sinnvolle

ICD ist die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, die Zahl bezeichnet die jeweils geltende Version (10 = Ausgabe 2012)

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