Zeitungskrise: Sprachlos

Zahlen von kress, turi2, Meedia; Tweet von @marcobo am 28.11.
 
Zahlen von kress, turi2, Meedia; Tweet von @marcobo, dapd, am 28.11. Siehe auch Redaktionssterben
 

Advertisements

19 Gedanken zu “Zeitungskrise: Sprachlos

  1. Mir fehlt hier ein bißchen Erklärbär… ;-)

    Sind das links die Entlassungen des jeweiligen Mediums? Und was ist das auf der rechten Seite?

    Oder, um es mit Sascha Lobo zu sagen: Häh?

  2. Ok, nach nochmaliger, 15minütiger Überlegung kam ich dann drauf: Das ist ein Screenshot des E-Mail-Posteinganges von Herrn Bosch am Mittwoch. Puh, manchmal ist meine Leitung bedenklich lang…

    Und wer ist das jetzt?

  3. Für die Journalisten tun sich Möglichkeiten auf, wieder Journalismus zu betreiben.

    Und die Verlage mögen alle an ihrem Leistungsschutzgeld ersticken. Wenn derart massiv (und leider erfolgreich) versucht wird, die FDGO zu ersticken, hält sich meine Empathie in engen Grenzen knapp über null. Wird Keese schon durch den Verfassungsschutz überwacht?

  4. Habe über dem Kommentarfeld statt „Was meinst du?“ gerade gelesen: „Weinst du?“ Das wäre hier sehr passend. Ich schätze mal, dass die Mehrheit der über 1000 Entlassenen sich nicht besonders freut, dass sich Möglichkeiten auftun, wieder Journalismus zu betreiben. :-(

  5. Es ist mir schon klar, daß die Betroffenen das weniger gut finden. Ich bin aber trotzdem der Meinung, daß die Verlage sterben müssen, damit wieder Platz für Journalismus entsteht, der diese Bezeichnung auch verdient.

    Mit der „richtigen Seite“, auf der einzelne stehen mögen oder auch nicht, hat das wenig zu tun. Allenfalls verbessern sich deren Chancen bzw. können sie diese schneller ergreifen, wenn sie auf der „richtigen“ Seite stehen.

    Zunächst muß aber mal gestorben werden. Und das wird Zeit, die Fäulnis der Vierten Gewalt pandemiert nämlich bedrohlich auf die Erste.

  6. Danke für die Links. Zunächst zu Perlentaucher: Solange, wie eine Monika Piel die Depublikation der von der Gesellschaft bereits bezahlten Inhalte betreibt bzw. unterstützt, sich mehr oder minder offen hinter die privaten Interessen ihrer künstlichen Verknappung stellt, solange, wie die öffentlich-rechtlichen Anstalten sich als Teil der Content-Allianz sehen, diese unterstützen und ihr sogar beitreten, solange gehören sie auch in den gleichen Sack, auf den es kräftig einzuschlagen gilt.

    Sicher, man könnte beispielsweise die Werbeeinnahmen der ÖR den privaten Rundfunkbetreibern überlassen. Wenn Herr Chervel sich davon irgendetwas verspricht, gibt er sich aber Illusionen hin. Das Ergebnis wäre lediglich ein noch fetterer Fettsack als Dirk Bach, in einem noch bunteren Hawaiihemd, der noch fetter und dreckiger in die Kamera grinst, während der noch fetter wird beim Geld einsacken mit noch fetteren Kakerlaken, die den vermeintlich Freiwilligen aus der C- Und D-Prominenz aus noch größeren Behältnissen ins Gesicht fallen. Das letzte private Rundfunkprojekt auf deutschem Boden, dem ich einen gewissen inhaltlichen Anspruch zugestehe, hieß XXP und wurde vor etwa 5 Jahren abgeschaltet. Ich bin also nicht bereit, diese Milliarde den Mitgliedern des VPRT zu überlassen. Da redet der Herr Chervel, ob ihm das nun klar ist oder nicht, nur einer weiteren Enteignung des Bürgers das Wort. Und nach den bisherigen Erfahrungen gibt es dafür nicht das geringste öffentliche Interesse, nicht den geringsten Grund.

    Es tut mir leid für einige Betroffene, aber der Sumpf muß zunächst trockengelegt werden. Gründlich. Fangen wir zunächst mit den Presseverlagen an und wenden uns später den Rundfunkbetreibern zu, die werden nämlich als nächstes jaulen, wenn die Podcastszene erwachsen und um weitere Streamingangebote erweitert wird.

    Noch kurz zu Rieger: Er bemüht sich spürbar, ausgewogen zu wirken und unterschätzt dennoch die Gefahr. Die besteht nämlich darin, daß man erstmals in der Geschichte eine Gebührenpflicht einführen will, wenn man auf eigenem Terrain und auf eigene Kosten auf das Terrain anderer hinweist.

    Ich bleibe dabei: Draufhauen und sterben lassen, bevor es zu spät ist.

  7. Hm, der mit Dirk Bach musste nicht sein.

    Nee, ist mir zu radikal, und es hängen vor allem zu viele Existenzen dran. Es ist auch unrealistisch, zu erwarten, dass ein solcher Umbruch schnell erfolgt. Aber dass es die Debatte wenigstens schon mal im Netz gibt, halte ich für einen Fortschritt. Wenn vielleicht der eine oder andere Verleger / Herausgeber jetzt noch zuhört, statt sich reflexhaft zu verteidigen …

  8. Als er kürzlich verstorben ist, war ich angesichts des Trauerflors allenthalben drauf und dran, den bösartigsten Blogartikel meines Lebens zu schreiben. Ich habe es nun mit diesem Kommentar abgehandelt, er ist unverdient glimpflich davongekommen.

    „Wenn vielleicht der eine oder andere Verleger / Herausgeber jetzt noch zuhört, statt sich reflexhaft zu verteidigen …“

    Die wenigen, die es jetzt tun, taten es auch schon vorher. Es sind jene, die übrig bleiben werden (abgesehen von Axel Springer natürlich).

    Wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Fortschritt gibt es nunmal nicht für lau. Die Schlesischen Weber konnten ein Lied davon singen. Und Existenzangst und vor allem die Berechtigung dazu ist die faulste Wurzel von allen. Beides muß überwunden werden. Es gibt etliche, die die Idee eines BGE für eine Idee von Linken halten, was Unsinn ist. Sie ist vielleicht deshalb so gut, weil sie im konservativen Milieu geboren wurde. Sie basiert auf der Einsicht, daß die Konservierung von Produktionweisen und damit verbundener Arbeitsplätze nur um den Preis viel größerer wirtschaftlicher und schließlich gesellschaftlicher Verwerfungen zu haben ist. Eine Einsicht, die nahezu allen politischen Kräften aller politischen Spektren abgeht. Das kann man nicht wollen, wenn man es zuende denkt.
    Man kann den Menschen nur die Berechtigung für Existenzangst nehmen, womit auch die Existenzangst selbst als gesellschaftliche Wirkmacht zurücktreten wird.

    Und da müssen wir hin. Arbeitsplätze in Druckereien, in Papierverteilerzentren, in Papiergestaltungsstuben und Agenturmeldungsabschreibungsbüros braucht man dafür aber nicht erhalten.

  9. Unfug. Existenzangst ist nichts, das man mal eben als Druckmittel einsetzt, sondern die Folge einer ganzen Reihe von bedingungen (die überwiegend nicht pekuniärer Art sind) und systemimmanent, sprich: in den Menschen eingebaut. Sonst gäbe es schon lange keine Menschen mehr.

Was meinst du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s