Wie sich das ZDF Politik vorstellt

In den heutigen 19:00 Uhr-Nachrichten berichtete das ZDF von nichts weniger als der bevorstehenden Rettung der Welt. Durch Barack Obama natürlich.

Die simple Nachricht: Die US-Umweltbehörde EPA hat in einem Bericht Treibhausgase als „gesundheitsschädliches Gift“ bezeichnet.

Dadurch sah sich Petra Gerster veranlasst, von diesem Umstand wie vom Erstehen eines mächtigen Zaubers zu sprechen. Mit Hilfe des Zauberworts nämlich soll es Obama nun möglich sein, in Kopenhagen die entscheidende Wende in der Klimapolitik zu ermöglichen.

Das geht nach Ansicht des ZDF sehr einfach: Obama senkt mal eben eigenmächtig die Norm für den CO2-Ausstoß, am US-amerikanischen Kongress vorbei, auf den der Präsident dann ja künftig – nach der Weltrettung – zum Regieren bestimmt nicht mehr angewiesen sein wird.

Die Tatsache, daß sich eine US-Behörde nun immerhin dazu durchgerungen hat, den Klimawandel in Teilen als gegeben anzusehen, ist schon ein kleiner Fortschritt. Aber in einer Welt, die ständig und zunehmend der Zerstörung durch ihre menschlichen Bewohner ausgesetzt ist, stellt sie keine herausragende Nachricht dar. Schon gar nicht eine, die jubelnd und wie ein Wunder verkündet werden müsste.

Ich erwarte von einer Nachrichtensendung, daß sie mich schnell, umfassend und vor allem sachlich informiert. Dabei nehme ich gern in Kauf, daß die Meldung unspektakulär daher kommt. Jubelnde Töne höre ich lieber in Stereo, die stammen aber dann von Mozart oder Bach.

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