Advent, Advent

Es weihnachtet sehr. Schon seit Ende August. Alle Jahre wieder lachen uns nach dem Besuch im Schwimmbad die Printen, Dominosteine und Marzipankartoffeln im Supermarkt verlockend an.

Mal ehrlich: Haben Sie häufiger im Hochsommer nach dem Schwimmen Heisshunger auf Spekulatius? (Schwangere ausgenommen.) Nehmen Sie öfter eisgekühlten Glühwein mit an den Pool? Mögen Sie auch so gerne Zimtsterne und Pfefferkuchen bei 29°C? Bieten Sie der Nachbarin zum Eiskaffee gerne ein paar Biberle oder Springerle an?

Dann gehören Sie sicher zu den Menschen, die spätestens Mitte November in den Keller oder auf den Speicher steigen, um zu sehen, ob es alle Birnchen noch tun. Sie wissen schon, Lichterketten. Und diese originellen Blinkesterne, die in verschiedenen Farben von innen nach aussen aufleuchten. Unglaublich, die können sie heute ja schon so bauen, dass sie locker die halbe Strasse bescheinen. In kalten, großstädtischen Mietsvierteln mit 60er-Jahre-Bebauung können Sie so Ihre Vorfreude auf’s Christfest mit vielen Menschen teilen. Ja, natürlich gehören die ins Fenster vorneraus, sonst können sich doch die Nachbarn nicht daran erfreuen. Vor allem das junge Paar direkt gegenüber wird die heimelige Atmosphäre zu schätzen wissen.

In Vierteln mit frei stehenden Häusern kann man natürlich noch grosszügiger planen. Besonders, wenn es eine gleichmässige halbhohe Vorgartenbepflanzung gibt, um so schöner, wenn auch ein Gartenzaun da ist. Man muss doch beim Schmücken wirklich nicht an Regenrinne, Giebel und Kamin aufhören (oh, und bei der Regenrinne auch die Innenseiten nicht vergessen!). Seien Sie verschwenderisch, alle sollen sehen, wie sehr Sie sich auf das Fest freuen.
Im rückwärtigen Garten geht die hübsche Beleuchtung leider etwas unter. Dort empfiehlt sich die Aufstellung bunter Displays, etwa Schlitten mit Rentieren oder niedliche Weihnachtskänguruhs. Die geschmackvollen Stücke erhalten Sie auch bunt, in Leuchtfarben und/oder blinkend. An den Fassaden klettern, wie jedes Jahr, ein paar freundliche Santa Clauses in ihren drolligen roten Anzügen mit dem echten weissen Kunstpelz in die Höhe. Setzen Sie auch zwei davon auf das Garagenflachdach.

Das alles kommt am besten zur Geltung, wenn es die dunkle, frostige Nacht taghell erleuchtet. Sehen Sie in den drei Monaten nicht auf den Cent. Lassen Sie die Beleuchtung wie ein herzliches ‘Willkommen’ bis zur Frühdämmerung an (eine praktische Zeitschaltuhr nimmt Ihnen das lästige Abschalten am frühen Morgen ab). Die Nachbarschaft wird es lieben, schon am frühen Morgen diese fröhliche Pracht vor Augen zu haben, dann fängt der Tag doch gleich ganz anders an.

Lassen Sie Ihre wunderschöne Dekoration ruhig bis Mariä Lichtmeß draussen, es wäre zu schade, sie schon an Dreikönigen wegzuräumen. Seien Sie nicht traurig, wenn Sie dann doch abräumen müssen. Ein paar von den Lichterketten kann man gut dauernd hängen lassen.
Und dann ist ja bald Ostern.

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