Einer nach dem anderen

Da verlassen eine ganze Reihe Passagiere das beinahe schon abgesoffene Schiff SPD. Michael Spreng, der mich gerne von seiner Seite ‘runterwirft, hat dazu einen schönen Kommentar in seinem Blog  ‘Sprengsatz’ geschrieben. (Es ist ein bisschen peinlich, weil er doch von der anderen Fraktion ist. Aber Recht hat er.)

Nachdem Herr Steinmeier sich am Wahlabend flugs den Fraktionsvorsitz unter den Nagel gerissen hat, finde ich, was Frau Nahles jetzt macht, sehr clever und ihrem Machtbewusstsein durchaus angemessen: schön in der ersten Reihe, aber noch halb verdeckt, ihre Zeit abwarten.

Bei ihr kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sie unterdrückt schluchzend, weil sie ihre Felle dahin schwimmen sieht, hinter dem Lenkrad ihres Wagens ein Interview gibt, Kamera immer feste druff. So, wie vorgestern spätabends Sabine Bätzing im Fernsehen. Das war nicht nötig und nicht schön. Ich bin ehrlich, ich gönn’s ihr irgendwie, weil sie ihre – sicher wichtige – Aufgabe als Drogenbeauftragte stets mit überhöhtem Sendungsbewusstsein erfüllt hat. Man kann auch eine Nummer kleiner, zumal, wenn es vorrangig um Glaubwürdigkeit und Akzeptanz bei Jugendlichen geht.

Ein wenig Leid tut mir Herr Heil, der bei seinem gestrigen Auftritt vor der Presse nicht so recht zu wissen schien, was zu sagen und wohin mit sich. Ich habe ihn, vielleicht zu Unrecht, immer eher als Sprachrohr denn als Generalsekretär wahrgenommen; warum er jetzt mit 36 Jahren zusammen mit den Granden zurücktritt, wer weiss –

Schade finde ich es um Peter Struck und Peer Steinbrück. Beide waren nicht unumstritten, hatten aber jedenfalls hohen Unterhaltungswert und manchen menschlichen Zug. Na ja, wenigstens bleibt uns Steinbrück im Bundestag erhalten. Und Struck kann endlich abrocken, ohne dass sein Büro umgehend die Krise kriegt.

Franz Müntefering hat viel für die SPD getan, da darf man nicht meckern, und den Typus Parteisoldat wie kaum ein anderer verkörpert. Er hat, wie es Schlachtrösser öfter tun, den richtigen Absprung verpasst. Ein Zückerchen zum Abschied war denn auch die eilfertig kolportierte Meldung, nach der er seinen Rückzug vom Parteivorsitz via Twitter bekannt gegeben haben sollte. Münte! Auf Twitter!!

Nun, all jenen, die neu sind oder eben neue Ämter übernehmen, soll man ja eine reelle Chance geben. Allerdings ahne ich schon, über wen ich mir demnächst eine Reihe Gedanken machen werde: über einen etwas nassforschen Herrn und eine sehr gewiefte Dame. Mehr sag’ ich nicht.

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